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Zwischen Welten

  • leonierathgeb
  • 4. Sept. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Kühle, trockene Aircon-Luft. Eine Familie, die hinter mir Lieder auf spanisch singt. Das Rauschen beginnt, lauter zu werden, der Druck wird stärker und dann hören die Räder des Flugzeugs auf, den Boden zu berühren.

Endlich, nach einem halben Jahr Vorfreude, Sorgen und Spannung, bin ich gestartet in mein Jahr Peru. Jetzt eine Richtung zu haben, in die man reist, tut gut, denn die letzten Tage war ich in einer art Niemandsland, mit den Gedanken schon auf der anderen Seite der Weltkugel und doch noch daheim, umgeben von Personen und Dingen, die ich schon dort zu vermissen begonnen habe.


„Ein ganzes Jahr?!“ werde ich immer wieder gefragt. Und ja, das ist wirklich eine beachtliche Zeitspanne, für die ich mich entschieden habe. Doch für mich gibt es dafür einige ausschlaggebende Punkte. Zum einen möchte ich mir den Raum schaffen, mich intensiv auf etwas einlassen zu können - sei es eine Tätigkeit, ein Umfeld oder Menschen. Dies hat hoffentlich wiederum positiven Einfluss darauf, wie gut ich mich in eine Struktur einfügen kann, in der ich nicht nur Außenstehende, sondern Mitlebende sein kann und so mein freiwilliges internationales Jahr für mich ein Stück mehr an Sinnhaftigkeit gewinnt. Vielleicht ja auch für CANAT, die Organisation in der ich hoffentlich immer routinierter mitarbeiten werde.

Natürlich ist es nicht leicht, mich von meiner Heimat und meinen Freuden auf so lange Zeit zu verabschieden. Gleichzeitig fühlt es sich genau richtig an, einmal ganz wegzukommen von allem Gewohnten. Für ein Jahr darf ich mir jetzt noch unbekannte, individuelle Normalitäten kennenlernen.

Auch zu erwähnen ist der Fakt, dass ein FIJ ab 12 Monaten vom von meiner Entsende-Organisation Jesuit Volunteers sowie von der BMZ Deutschlands besonders unterstützt wird - was mir die ganze Sache möglich macht.

Außerdem ist es nur 12 Monate von den unzähligen meines Lebens.


Ich bin unglaublich gespannt auf die ersten Tage in Piura. Ich hoffe die Kommunikation auf spanisch wird mir mit meinen Grundlagen-Kenntnissen nicht zu schwer fallen. Dass ich die Sprache noch nicht fließend kann, finde ich nicht gut - es erschwert den Menschen, die mich in Piura Begleiten werden sicherlich die Arbeit. Ich hatte aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen Mitteilung des FIJ-Landes und Abreise nicht die Möglichkeit, gut Spanisch zu lernen.


Bis jetzt hatte ich sehr netten Kontakt zu einigen Mitarbeitenden CANATS, die Elias und mich schon freundlich erwarten. Einzelne orangerote Lichter Limas kann ich schon durch das Flugzeugfenster erahnen.



 
 

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